Phase 7: Lektorat & Korrektorat – Qualitätssicherung für das Manuskript


Schreibtagebuch / 30. Okt 2018

Lektorat, Korrektorat – ist das nicht das gleiche?

Nein, auch wenn man den Eindruck hat, dass gewisse Anbieter die Begriffe gerne durcheinander werfen.

Als Bearbeitungsform umfasst das Lektorat für gewöhnlich die rechtschreibliche, stilistische, grammatikalische und inhaltliche Verbesserung von Texten. […] Durch einen Korrektor werden Texte rechtschreiblich und grammatikalisch überprüft. Die stilistische Bearbeitung wird als stilistisches Lektorat bezeichnet, das zwar zumeist ein Korrektorat einschließt, jedoch stets darüber hinausgeht.“ [Quelle: Wikipedia]

Oder noch einmal in eigenen Worten: Bei einem Lektorat wird auf Inhalt, Plotlöcher, sonstige Unstimmigkeiten, falsche Wortwahl, etc geachtet. Bei einem Korrektorat werden „nur“ Rechtschreibung und Grammatik überprüft.

Warum noch ein Lektorat?

Man selber ist den Text doch schon so oft durchgegangen und nun haben auch die Testleser einen auf weitere Sachen aufmerksam gemacht. Müssten die nicht schon alles gefunden haben?

Nun, es mag vorkommen, dass man das unverschämte Glück hat, eine/n Germanistikprofessor/in (im Ruhestand) als Testleser/in zu haben. Jemand der Zeit und Lust hat das komplette Manuskript auf Herz und Nieren zu überprüfen und jeden Satz auf die richtige Wortwahl abzuklopfen. Die Regel ist das allerdings nicht. Deswegen macht es Sinn eine weitere Person eben mit genau dieser Aufgabe zu beauftragen.

Und warum noch ein Korrektorat?

Für Rechtschreibung und Grammatik gibt es doch Programme. Reicht das etwa nicht?

Wie schon in einem der vorherigen Beiträge erwähnt findet beispielsweise die Rechtschreibprüfung von Word längst nicht alles. Und auch bessere Programme stoßen irgendwann an ihre Grenzen.

Wie soll ein Programm ein Wort finden, dass nicht falsch geschrieben ist, aber nun einmal im Kontext nichts verloren hat? Schafquartiere sind theoretisch Quartiere für Schafe. Auch wenn ich eher Schafstall schreiben würde 😉

Mitunter kann ein einzelner Buchstabe den Sinn (Gepäck oder Gebäck) oder die Zeit (sie wartet oder sie wartete) ändern, ohne dass es nach den Regeln der Grammatik und Rechtschreibung falsch wäre. Deswegen kommt man um ein menschliches Paar Augen nicht herum.

Aber wenn irgendwann auch diese Anmerkungen alle eingearbeitet worden sind, der Inhalt also steht – dann ist Zeit, sich um die „Verpackung“ zu kümmern.

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