Paretoprinzip oder die 80:20 Regel


Backstage / 6. Jul 2018

Was ist das Paretoprinzip?

Kurz gesagt: 80 % einer Aufgabe lassen sich mit 20 % des Aufwandes erledigen oder 80 % einer Arbeit lassen sich in 20 % der Zeit erledigen.

Diese Regel lässt sich noch auf viele weitere Bereiche anwenden. Für diesen Artikel werde ich mich auf die oben genannte beschränken. Für weitere Informationen verweise ich beispielsweise auf den Text von Wikipedia: Paretoprinzip.

Ein Beispiel

Wenn man zu einem Thema recherchiert, dann überfliegt man zunächst nur die Überschriften, um zu entscheiden, ob ein fraglicher Artikel relevant oder interessant zu dem Thema ist. Mit vergleichsweise geringem Aufwand trifft man also schon eine Vorauswahl. Ob die ausgewählten Texte tatsächlich hilfreich oder relevant sind, wird man erst feststellen, nachdem man den ganzen Text gelesen hat. (Ausnahmen bestätigen die Regel: Handelt es sich beispielsweise um einen Text einer Zeitschrift, die mit B anfängt, so kann die Überschrift schon mehr Inhalt als der eigentliche Text enthalten.)

Und warum ist das jetzt fürs Schreiben interessant?

Es gibt Aufgaben, da reichen 80 % des Ergebnisses völlig aus.  100 % bringen in solchen Fällen keinen wirklichen Mehrwert. Man kann sich also nach relativ kurzer Zeit neuen Aufgaben zuwenden.

Bei mir ist das zum Beispiel der grobe Umriss, was in einem Kapitel geschehen soll. Hierbei mache ich mir nur eine grobe Stichwortliste. Ich achte dabei weder auf Rechtschreibung noch auf sorgfältig ausformulierte Sätze. Wozu auch? Es ist für mich wirklich nur eine grobe Stichwortliste. Diese Stichwörter, vielleicht auch Sätze, werden im eigentlichen Manuskript nie so stehen bleiben – warum sich also die Mühe machen und diese Stichworte, die wirklich nur für mich gedacht sind, bis ins letzte Detail ausformulieren? Bringt es mir beim Schreiben später einen Vorteil? Unwahrscheinlich. Bringt es mir beim Überarbeiten einen Vorteil? Höchstwahrscheinlich nicht.

Eine private Stichwortliste ist also ein Beispiel, wo 80 % völlig ausreichend sind.

Manchmal muss es mehr als 80 % sein

Geht jedoch um das spätere Manuskript, dass schließlich mal ein druckreifes Buch werden soll, so sind 80 % nicht ausreichend. Hier sollten es am liebsten 100 % sein. Gut, 100 % gibt es nicht, also sagen wir: 99,9 %.

Wie erreicht man nun diese 99,9 %? Das Paretoprinzip besagt: Wenn 80 % des Ergebnissen in 20 % der Zeit erreicht werden, so heißt dies im Umkehrschluss: Die letzten 20 % werden in 80 % der Zeit erreicht. Mit anderen Worten: Wenn man seinen Text geschrieben hat, fängt die Arbeit erst an. Denn die Überarbeitung, die letzten 20 %, die werden anstrengend, denn hier werden 80 % der Zeit reingesteckt.

Also: Auch wenn man seinen Text schon zweimal gründlich durchgegangen ist, man sollte ihn ein weiteres Mal durchgehen. Bevor man ihn zu den Textlesern gibt. Und dann darf man ihn erneut durchgehen und sich vielleicht wundern, was man immer noch alles übersehen hat.

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